| Information - Die Insel Greifswalder Oie | |||||||||||||||
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| Sie ist ungefähr 1500m lang und nicht ganz 600m breit. Sie liegt in der Ostsee, am Osteingang zum Greifswalder Bodden. Sie hat einen Nothafen und einen alten, schönen Leuchtturm. Viele Namen hatte die Insel: Swante Wustrow, Ohe insula Grypswadensium, Ruge Eyland, Swante Wuzterhusen, Ruygh Eyland, Oehe, Ew, Wasser-Wustrose, Gryphiswaldisch Oje. Aber warum heißt die Insel eigentlich Greifswalder Oie? Vor langer Zeit, genau 1291 wurde die Insel von der Stadt Wolgast an die Stadt Greifswald verkauft, nachdem man sie 9 Jahre zuvor von Bogislaw IV geschenkt bekam. Der Grund liegt klar auf der Hand: Wie heute, Geldmangel. Damit wechselte die Insel in Ihrer Geschichte aber nicht zum letzten Mal den Besitzer, Pächter oder Verwalter. | |||||||||||||||
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Die kleine Steilküste am Oststrand der Oie
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| Dänen, Schweden und Preußen hatten die Hand mit im Spiel. Die Insel wurde vorwiegend verpachtet und diente als Weidefläche für Pferde, als Jagdrevier, in geringen Umfang als Ackerland und als Ausgangsposition zum Fischfang. Im Verlauf von ca. 300 Jahren entstanden auf der Insel Fischerhütten, eine Kirchenkapelle, ein Seemannsheim, ein Blakfeuer, ein Leuchtturm und ein Nothafen. Um 1880 wurde dann mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs die Insel zum Ziel von Ausflugsfahrten. Etwa auch in dieser Zeit wurde eine Rettungsstation mit Rettungsboot und Wurfanlage zur Herstellung einen Leinenverbindung mit den in Not Geratenen stationiert. |
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| Bereits 1928 wollte hier der Raketenpionier Hermann Oberth eine Rakete zünden. Es sollte der Start einer wirklichen Rakete sein, der parallel zur Uraufführung des zu seiner Zeit spektakulärsten Science-Fiktion-Films "Frau im Mond" stattfinden sollte. Die preußischen Behörden untersagten jedoch aus Angst vor der Zerstörung des wichtigen Leuchtturms dieses Unterfangen. Zum Glück, denn der Start, nun in Berlin, endete im Fiasko und für Oberth mit einem Nervenzusammenbruch. Während des 2. Weltkrieges diente die Oie mit Ihrer idealen Lage vor der Insel Usedom als Startplatz und Beobachtungspunkt für die Peenemünder Raketenentwicklung. Anfangs unberührt, wurde die Insel mit gewaltigem Aufwand ausgebaut: Der Hafen wurde hergerichtet, ein Startbunker, ein Generatorgebäude und Baracken errichtet, Telefonleitungen verlegt. Ab November 1937 arbeitete hier ein Stab von über 120 Mitarbeitern an der Operation "Leuchtfeuer". Die erste Start des Flugkörpers "Aggregat 3" erfolgte am 04.12.37 und endete mit einer Bruchlandung 300m vom Startplatz entfernt. | ![]() |
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A3 Rakete vor dem Leuchtturm der Oie
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| Vier weitere Versuche mit dem A3 bis zum 11.12.37 verliefen ebenfalls mehr oder weniger erfolglos. In Folge dessen und anderer gewonnener Erkenntnisse kam die kleine Version der geplanten Großrakete (A4) für Versuchszwecke zum Einsatz: das Aggregat 5. Als dann später die Entwicklung des Aggregat 4 (nach Goebbels die Vergeltungswaffe 2) weiter fortgeschritten war, wurden auf der Insel Oie bis 1942 Raketenstarts des A4 (V2) und anderer (Flugabwehr)Raketen durchgeführt. | ![]() |
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FLA-Rakete Enzian, mittig der Leuchtturm der Oie
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| Seit der Fertigstellung des Prüfstand 7 an der Nordspitze Usedoms 1942 erfolgten dort die meisten Brennversuche und Raketenstarts . Einige Jahre später (1944) wurde von der Oie eine Serie von 24 Stück A4 senkrecht verschossen, um die letzte Phase der Flugbahn besser beobachten zu können. Dabei wurde ein neuer Höhenrekord aufgestellt: nach 67s Brennzeit 189 km Höhe. Die Geschosse stürzten dann auf Grund der Erdrotation etwa 1 km westlich der Oie ins Wasser. | |||||||||||||||
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Einige Jahre nach dem Krieg wurde die Insel wiederum als Beobachtungsposten genutzt, diesmal von der Volksmarine der DDR. Soweit ein kurzer und oberflächlicher Abriss über die Geschichte der schönen Ostseeinsel. Heute ist es sehr ruhig auf der Oie. Noch immer ist dort der Seenotrettungsdienst stationiert, allerdings mit Seenotkreuzern modernster Bauart. Die am häufigsten anzutreffenden Einwohner sind die frei laufenden Shetlandponys und eine Schafherde. | ||||||||||||||
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Eine Kormoranekolonie auf der Insel Oie
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| Auf die Insel Oie gelangt man nur mit einem Fahrgastschiff. Für alle anderen Wasserfahrzeuge ist das Anlegen verboten, es sei denn es liegt ein Notfall vor oder man schwimmt in den Hafen. Ist man einmal dort wird man auf dem vorgegebenen Rundgang das ungeheuer würzig duftende Wäldchen (Bärlauch), das Naturschutzzentrum und auch den stilvollen , 49m hohen Leuchtturm entdecken. | |||||||||||||||
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Der Nothafen mit dem Seenot-Rettungskreuzer
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| Der Leuchtturm ging nach ca. dreijähriger Bauzeit 1855 in Betrieb und ist es auch heute noch. Natürlich mit modernisierter Technik. Gänzlich ohne Leuchturmwärter und fernüberwacht. Kein hochziehen der Gewichte ist mehr nötig, um die innere Turmkuppel in Drehung zu versetzen. Früher mit Öl, später mit Petroleum und heute mit leistungsstarken Lampen wird der Lichtstrahl erzeugt, der Dank des (immer noch ursprünglichen) Linsensystems über 25sm sichtbar ist. Die Besonderheit: Die Drehung erfolgt linksherum, einmalig in der Ostsee. Neu seit 2007: Der Leuchtturm kann besichtigt werden, wenn man mit der Fahrgastschifffahrt Teßnow hier anlegt! (038371 20829) |
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Der 49m hohe Leuchtturm der Insel Oie
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